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Boomwhacker-Spiele für die Grundschule: 10 Übungen für den Musikunterricht

Die besten Boomwhacker-Spiele für die Grundschule brauchen keine Noten: Echo, Farbdirigent, Ruf und Antwort und das Hörspiel „Welche Farbe war das?“. Die Kinder lernen dabei ihre Farbe kennen, warten auf ihren Einsatz und hören aufeinander. Jedes Spiel dauert fünf bis zehn Minuten und passt an den Anfang oder das Ende einer Stunde.

Robert Koegler, Musiklehrer · Zuletzt aktualisiert:

Die zehn Spiele im Überblick

SpielDas üben die KinderAuf bimbadi
1. Echogenau zuhören, Rhythmus nachspielenEcho-Spiel unter Rhythmus
2. Farbdirigenteigene Farbe erkennen, schnell reagierenSpielen, an der Tafel
3. Welche Farbe war das?Töne am Klang erkennenHörspiel unter Spielen
4. Ruf und Antwortabwechselnd spielen, erste Improvisationohne Gerät
5. Tonleiter-Reihehoch und tief, Reihenfolge der Töneohne Gerät
6. Stopp und losauf Zeichen reagieren, laut und leiseohne Gerät
7. Akkord-Familiendrei Töne zusammen, Dreiklänge hörenTafel mit Akkorden
8. Ostinato-Kreisein Muster halten, während andere etwas anderes spielenOstinati unter Rhythmus
9. Immer schnellerTempo halten, Einsatz nicht verpassenPlayalong Bergkönig
10. Eigenes Patternselbst etwas erfinden und vorspieleninteraktive Tafel

Bevor ihr spielt: zwei Regeln

Alle Spiele laufen besser, wenn zwei Regeln von Anfang an gelten. Erstens: Röhren schlägt man auf die eigene Handfläche, den Oberschenkel oder gegen eine andere Röhre, nie auf Köpfe, Tische oder den Boden. Zweitens: Eine Röhre hoch über dem Kopf heißt Ruhe. Dieses Stopp-Zeichen übe ich einmal, bevor das erste Spiel beginnt. Beim Erklären liegen die Röhren auf dem Schoß.

Die Spiele

1. Echo

Ich spiele einen kurzen Rhythmus auf meiner Röhre vor, zum Beispiel „Ta Ta Ti-Ti Ta“. Die Klasse spielt ihn sofort nach, wie ein Echo. Am Anfang spielen alle Farben zusammen. Später antwortet nur eine Farbe, dann wird es schwerer, weil jedes Kind allein hört, ob es stimmt.

Variante: Ein Kind spielt vor, die anderen spielen nach.

Auf bimbadi: Das Echo-Spiel spielt an der Tafel einen Takt vor, die Klasse antwortet im nächsten Takt. Es gibt vier Stufen. Mit Röhren statt Klatschen funktioniert es genauso.

2. Farbdirigent

Ich zeige auf eine Farbe, und nur die Kinder mit dieser Farbe spielen. Zeige ich zwei Farben nacheinander, entsteht eine kleine Melodie. Nach ein paar Runden darf ein Kind dirigieren. Dabei merken die Kinder, dass ihr Ton erst zusammen mit den anderen eine Melodie ergibt.

Auf bimbadi: Unter Spielen mit „An die Tafel“ werden die Röhren groß. Wer an der Tafel eine Röhre antippt, hört den Ton, und die Kinder mit dieser Farbe spielen nach. Für Körperklänge gibt es den Farb-Dirigenten unter Rhythmus.

3. Welche Farbe war das?

Ein Ton erklingt, ohne dass die Kinder sehen, welcher. Wer glaubt, dass es sein Ton war, steht auf und spielt nach. Dann wird aufgelöst. Ich fange mit zwei Tönen an, die weit auseinanderliegen, zum Beispiel C und G. Erst wenn das sicher klappt, kommen mehr Farben dazu.

Auf bimbadi: Das Hörspiel „Welche Farbe war das?“ hat Stufen von zwei Tönen bis zu allen acht. Auf Wunsch erklingt zuerst das C als Vergleich.

4. Ruf und Antwort

Die Klasse teilt sich in zwei Gruppen, zum Beispiel die tiefen Röhren (C bis F) und die hohen (G bis C'). Die erste Gruppe spielt einen kurzen Ruf über vier Schläge, die zweite antwortet mit vier Schlägen. Zuerst gebe ich Ruf und Antwort vor. Später bleibt der Ruf gleich, und die Antwort darf sich die Gruppe selbst ausdenken. Das ist eine einfache Form der Improvisation.

Mit älteren Schülern geht dasselbe über ein Bluesschema: Blues & Groove.

5. Tonleiter-Reihe

Die acht Kinder mit den Röhren C bis C' sollen sich in eine Reihe stellen, ohne dass ich die Reihenfolge verrate. Hilfe gibt nur die Länge der Röhren: Die längste ist die tiefste. Dann spielt die Reihe die Tonleiter von links nach rechts, danach zurück. Zum Schluss wird es schneller, ohne dass ein Ton fehlt.

Variante: Ein Kind tauscht heimlich seinen Platz, die Klasse hört, wo die Tonleiter falsch klingt.

6. Stopp und los

Alle spielen frei durcheinander. Hebe ich die Röhre über den Kopf, ist sofort Ruhe. Wer noch spielt, merkt es selbst. Danach kommt Dynamik dazu: Halte ich die Hand hoch, wird es laut, halte ich sie tief, wird es leise. Das Spiel übt das Stopp-Zeichen, das ihr für alle anderen Spiele braucht.

7. Akkord-Familien

Drei Farben gehören zusammen und bilden eine Familie. Rot, Gelb und Dunkelgrün (C, E, G) sind die C-Dur-Familie. Hellgrün, Lila und Rot (F, A, C) sind die F-Dur-Familie. Dunkelgrün, Pink und Orange (G, H, D) sind die G-Dur-Familie. Ich rufe eine Familie auf, und ihre Kinder spielen gleichzeitig. Mit diesen drei Akkorden lassen sich viele Kinderlieder begleiten.

Auf bimbadi: An der interaktiven Tafel liegen fertige Akkorde (C, F, G, a, d, e), die man in den Takt zieht und abspielt.

8. Ostinato-Kreis

Ein Ostinato ist ein kurzes Muster, das sich immer wiederholt. Die Rot-Gruppe spielt einen ruhigen Grundschlag auf C. Wenn er sicher läuft, kommt die Gelb-Gruppe mit einem anderen Muster dazu, dann die Grün-Gruppe. Jede Gruppe muss bei ihrem Muster bleiben, auch wenn die anderen etwas anderes spielen. Das ist schwerer, als es klingt.

Auf bimbadi: Unter Ostinati mit Boomwhackern stehen fertige Karten wie Grundschlag, Bordun und Wechselbass. Die Klasse spricht die Rhythmussprache mit (Ta, Ti-Ti, sch) und spielt dann.

9. Immer schneller

„In der Halle des Bergkönigs“ von Edvard Grieg wird von Anfang bis Ende immer schneller. Jede Farbe spielt, wenn ihre Röhre im Playalong ankommt. Wer hält bis zum Schluss durch? Dabei üben die Kinder, im Tempo der Gruppe zu bleiben, auch wenn es schwer wird.

Auf bimbadi: Das Playalong In der Halle des Bergkönigs ist kostenlos.

10. Eigenes Pattern

Eine Gruppe baut an der Tafel ein eigenes Muster aus zwei bis vier Farben, über einen Takt. Die Tafel spielt es vor, dann spielt die Gruppe es mit Röhren nach. Die anderen Gruppen raten, welche Farben im Muster stecken. Wer schon sicher ist, legt das Pattern unter ein Lied.

Auf bimbadi: An der interaktiven Tafel zieht man Töne in den Takt und spielt sie mit wählbarem Tempo ab.

Ohne Röhren spielen

Fast alle Spiele funktionieren auch ohne echte Boomwhacker. Über die QR-Wand scannt jedes Kind seine Farbe mit dem Handy oder Tablet. Für Echo, Stopp und Ostinato reichen Hände, Füße und Stifte. Ideen dazu stehen im Artikel Musikunterricht ohne Instrumente.

Woran ihr seht, dass es klappt

Welche Kompetenzen hinter diesen Beobachtungen stehen, beschreibe ich im Artikel Kompetenzen im Musikunterricht.

Häufige Fragen

Welche Boomwhacker-Spiele eignen sich für die erste Stunde?

Stopp und los, Farbdirigent und das Hörspiel „Welche Farbe war das?“ mit nur zwei Tönen. Diese Spiele brauchen keine Noten und keine Vorkenntnisse. Das Stopp-Spiel übt nebenbei das Zeichen für Ruhe.

Wie viele Röhren braucht man für die Spiele?

Ein diatonisches Set mit acht Röhren reicht für alle zehn Spiele. Bei mehr Kindern teilen sich zwei Kinder eine Farbe und wechseln sich ab, oder eine Gruppe spielt mit dem Körper mit.

Gehen die Spiele auch ohne Boomwhacker?

Ja. Über die QR-Wand auf bimbadi.com wird jedes Handy oder Tablet zu einer Röhre. Echo, Stopp und Ostinato lassen sich auch mit Klatschen, Patschen und Stampfen spielen.

Wie bleibt es bei Boomwhacker-Spielen ruhig genug?

Mit einem festen Stopp-Zeichen: Röhre hoch über den Kopf heißt Ruhe. Übt es vor dem ersten Spiel. Beim Erklären liegen die Röhren auf dem Schoß.

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Robert