Das berühmte Englischhorn-Thema aus dem zweiten Satz („Aus der Neuen Welt“, 1893) für Boomwhacker, Glockenspiel, Xylophon oder Keyboard. Das Thema kommt fast mit fünf Tönen aus; ein Bordun aus C und G trägt es. Zum Hören, Mitlesen mit farbigen Köpfen und mit Tonplan für die Spielgruppen.
Takt –
Fassung:Klang je Stimme:
Stimmen, die erklingen (abwählen: die Klasse spielt sie selbst):
Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7bMelodieBordun CBordun GThemaM..C.G.7
Die Farbe jedes Notenkopfs ist die Farbe der Röhre. Beim Abspielen werden die klingenden Noten hervorgehoben. Das Thema spielt im Original das Englischhorn. Unter „Klang“ stellt ihr ein, ob die Stimmen als Röhren, Xylophon, Handglocken oder Keyboard erklingen.
Das Stück
Dvořák schrieb die 9. Sinfonie 1893 in den USA. Im langsamen Satz stimmt das Englischhorn eine schlichte Melodie an, begleitet von gedämpften Streichern. Das Original steht in Des-Dur; hier ist es einen Halbton tiefer nach C-Dur versetzt, damit ihr nur Standardröhren braucht. Die Melodie besteht überwiegend aus der Pentatonik C–D–E–G–A; nur im Mittelteil kommen H und das hohe C dazu. Dadurch klingt sie auch über einem Bordun aus C und G ohne Akkordwechsel stimmig.
Takt
Teil
Was passiert
1–4
A
Das Thema: lange Haltetöne, punktierter Rhythmus; Takt 4 endet auf dem Grundton C.
5–8
B
Mittelteil: die Melodie steigt auf (A bis hohes C) und fällt wieder; Takt 7–8 wiederholen Takt 5–6.
9–11
A′
Rückkehr des Anfangs (Takt 9–10 wie Takt 1–2), Schluss wie Takt 4.
Die Form A–B–A′ ist eine dreiteilige Liedform. Sie passt zum Thema Formen (Formen) und zur Romantik (Epochen).
Tonplan: wer braucht welche Töne?
Melodie und Bordun sind eigene Spielgruppen. Unter „Aufteilung“ stellt ihr ein, wie viele Töne eine Person übernimmt; die Tabelle verteilt die Töne dann auf Personen. Dabei bekommt eine Person möglichst keine Töne, die direkt aufeinanderfolgen, denn der schnelle Wechsel zwischen zwei Röhren in einer Hand ist schwer. Bleibt ein solcher Wechsel übrig, steht er in der Spalte „Hinweise“. Die Tabelle gilt für die gewählte Fassung und zeigt, welche Töne eine Gruppe braucht. Die Farben sind die der Röhren, die Töne gelten genauso für Stäbe und Tasten. Die tiefgestellte Zahl ist die Oktave: C4 ist die längste Röhre des Standardsatzes C–c und das eingestrichene c auf dem Keyboard.
Auch mit Xylophon, Glockenspiel und Keyboard
Die Fuge braucht keine Boomwhacker. Mit Stabspielen oder Keyboards kann eine einzelne Person eine ganze Stimme übernehmen, vier Personen genügen also für vier Stimmen, und die Gegenstimmen lassen sich bis zur Fassung „Original“ spielen. Boomwhacker passen dagegen zu großen Klassen, weil jede Person nur einen oder wenige Töne hat. Beides lässt sich mischen: etwa Bass und Tenor am Keyboard, Alt und Sopran mit Röhren.
Beim Planen hilft der Tonplan: Die Töne sind dieselben. Prüft vorher, welche Halbtöne das Instrument hat. Stabspiele haben oft nur Fis und B als Zusatzstäbe; Cis und Gis (die Fassung braucht beide) fehlen dann und müssen ergänzt oder von einem Keyboard übernommen werden. Bei hohen und tiefen Stimmen kann auch eine andere Oktave gewählt werden, wenn die Stimme sonst nicht auf das Instrument passt.
So kann die Klasse es erarbeiten
Hören und mitsummen. Das Thema anhören und die Melodie mitsingen. Bei jedem Punkt im Rhythmus (lang–kurz) die Hand mitbewegen.
Bordun zuerst. Zwei Personen oder Gruppen spielen jeden Takt einmal C und G. Das ist der ruhige Teppich, auf dem die Melodie liegt.
Melodie in Gruppen. Jede Person hat eine Röhre (siehe Tonplan) und spielt ihren Ton, wenn er in der Melodie vorkommt. Im Notenbild leuchtet beim Abspielen die jeweilige Note auf.
Mit dem Abspielen. Die Melodie läuft im Klang mit; die Klasse übernimmt zuerst den Bordun, später die Melodie. Stimmen abschalten, die die Klasse übernimmt.
Für den Anfang eignet sich ein Tempo von etwa 48 Vierteln pro Minute; der Takt wird vorgezählt.
Aufgaben für Klasse 7 bis 10
Bestimmt den Tonvorrat der Melodie. Welche Töne der C-Dur-Tonleiter fehlen in Takt 1–4? Was folgt daraus für den Klang (Pentatonik)?
Beschreibt den Bordun: Welches Intervall bilden C und G? Warum klingt die Melodie darüber ohne Akkordwechsel?
Vergleicht Takt 1 und Takt 3 sowie Takt 2 und Takt 4. Was ist gleich, was ändert sich im Schluss?
Zeichnet den Melodieverlauf als Linie (Notenbild oder Kurve). Wo liegt der Höhepunkt, wo die Ruhe?
Vergleicht mit Griegs „Morgenstimmung“ (Zeitstrahl): Beide Themen verwenden eine Pentatonik. Warum klingen sie so verschieden?
Lehrplanbezug: Sachsen, Gymnasium, Klasse 8 und 9 (Schwerpunkt 19. Jahrhundert, Themen und Motive); Bayern, LehrplanPLUS Jahrgangsstufe 7 (Bordun, Ostinato).
Quelle und Bearbeitung
Die Melodie ist aus der gemeinfreien Englischhorn-Stimme der Erstausgabe (N. Simrock, 1894, IMSLP, Public Domain) Ton für Ton abgelesen und neu gesetzt. Dvořák starb 1904; sein Werk ist gemeinfrei. Es wurde keine fremde Bearbeitung übernommen.
Was verändert wurde: Die Melodie ist nach C-Dur versetzt. Gezeigt werden die Takte 1–8 der Melodie, danach die Rückkehr des Anfangs (Takt 9–10 wie Takt 1–2) und der Schluss wie Takt 4. Das ist eine Auswahl für die Klasse; im Original geht die Melodie danach anders weiter. Der Bordun C–G ist eine einfache eigene Begleitung und steht nicht bei Dvořák.