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Fuge für Boomwhacker

Bach, „Die Kunst der Fuge“, Contrapunctus I: die Exposition, in der vier Stimmen nacheinander mit dem Thema einsetzen und dann zusammenspielen. Das Thema besteht fast nur aus halben und Viertelnoten und ist deshalb mit Röhren gut spielbar. Zum Hören, Mitlesen im Notenbild mit farbigen Köpfen und mit Röhrenplan für vier Spielgruppen.

Takt –
Fassung:
Klang je Stimme:
Stimmen, die erklingen (abwählen: die Klasse spielt sie selbst):
Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b Sopran Alt Tenor Bass Thema (Dux) in d-Moll Antwort (Comes) in a-Moll S. A. T. B. 7 Thema in d-Moll S. A. T. B. 13 Antwort in a-Moll
Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b Sopran Alt Tenor Bass Thema (Dux) in d-Moll Antwort (Comes) in a-Moll Thema in d-Moll S. A. T. B. 10 Antwort in a-Moll

Die Farbe jedes Notenkopfs ist die Farbe der Röhre. Beim Abspielen werden die klingenden Noten hervorgehoben. Bach hat das Stück ohne Besetzung notiert. Unter „Klang“ stellt ihr ein, ob die Stimmen als Röhren, Xylophon, Handglocken oder Keyboard erklingen.

Was ihr hört: die Exposition

Eine Fuge beginnt mit der Exposition: Die Stimmen setzen nacheinander mit demselben Thema ein. Das Thema dieses Stücks ist vier Takte lang und steht in d-Moll. Es beginnt mit der Quinte d–a, fällt über f und d zum Cis, steigt stufenweise bis g und endet über f und e auf dem Grundton d. Die Stimme, die das Thema gespielt hat, geht mit einer Gegenstimme weiter, während die nächste Stimme einsetzt. So erklingen in Takt 1–4 eine Stimme, in Takt 5–8 zwei, in Takt 9–12 drei und ab Takt 13 alle vier.

StimmeEinsatzBeginnt aufFunktion
AltTakt 1d1Thema (Dux) in d-Moll
SopranTakt 5a1Antwort (Comes) in a-Moll
BassTakt 9DThema in d-Moll
TenorTakt 13aAntwort in a-Moll

Tonale Antwort: Die Antwort wiederholt das Thema eine Quinte höher, aber nicht genau. Das Thema beginnt mit der Quinte d–a, die Antwort mit der Quarte a–d. Bis auf den zweiten Ton ist sie in den ersten acht Tönen eine genaue Versetzung um eine Quinte aufwärts (aus f–d–cis–d–e–f wird c–a–gis–a–h–c).

Zwei Fassungen: „Original“ ist der Satz, wie Bach ihn schreibt, mit den Achtelfiguren der Gegenstimmen. In der Fassung „Leicht“ bleiben Thema und Antwort im Originalrhythmus, die Gegenstimmen sind auf die Töne reduziert, die auf den Zählzeiten erklingen. Das sind fast nur Viertel und Halbe, und die Stimmen klingen weiterhin zusammen. Beide Fassungen sind dieselbe Fuge; die Notenbilder unterscheiden sich nur in den Gegenstimmen.

Tonplan: wer braucht welche Töne?

Jede Stimme ist eine Spielgruppe. Unter „Aufteilung“ stellt ihr ein, wie viele Töne eine Person übernimmt; die Tabelle verteilt die Töne dann auf Personen. Dabei bekommt eine Person möglichst keine Töne, die direkt aufeinanderfolgen, denn der schnelle Wechsel zwischen zwei Röhren in einer Hand ist schwer. Bleibt ein solcher Wechsel übrig, steht er in der Spalte „Hinweise“. Die Tabelle gilt für die gewählte Fassung und zeigt, welche Töne eine Gruppe braucht. Die Farben sind die der Röhren, die Töne gelten genauso für Stäbe und Tasten. Die tiefgestellte Zahl ist die Oktave: C4 ist die längste Röhre des Standardsatzes C–c und das eingestrichene c auf dem Keyboard.

Auch mit Xylophon, Glockenspiel und Keyboard

Die Fuge braucht keine Boomwhacker. Mit Stabspielen oder Keyboards kann eine einzelne Person eine ganze Stimme übernehmen, vier Personen genügen also für vier Stimmen, und die Gegenstimmen lassen sich bis zur Fassung „Original“ spielen. Boomwhacker passen dagegen zu großen Klassen, weil jede Person nur einen oder wenige Töne hat. Beides lässt sich mischen: etwa Bass und Tenor am Keyboard, Alt und Sopran mit Röhren.

Beim Planen hilft der Tonplan: Die Töne sind dieselben. Prüft vorher, welche Halbtöne das Instrument hat. Stabspiele haben oft nur Fis und B als Zusatzstäbe; Cis und Gis (die Fassung braucht beide) fehlen dann und müssen ergänzt oder von einem Keyboard übernommen werden. Bei hohen und tiefen Stimmen kann auch eine andere Oktave gewählt werden, wenn die Stimme sonst nicht auf das Instrument passt.

So kann die Klasse es erarbeiten

  1. Thema hören und singen. Das Thema mit Notennamen mitsingen. Fast jeder Ton ist eine halbe Note, nur Takt 3 und 4 bringen Viertel und drei Achtel.
  2. Eine Gruppe, eine Stimme. Die Altgruppe spielt das Thema, jede Person hat eine Röhre. Mit Xylophon oder Keyboard spielt eine Person die ganze Stimme.
  3. Antwort anschließen. Die Sopran-Gruppe antwortet in a-Moll, die Altgruppe spielt dazu die Gegenstimme (Fassung „Leicht“). Vergleichen: Wo ist die Antwort genau das Thema, wo weicht sie ab?
  4. Bass und Tenor. Die tiefen Gruppen setzen ein. Jeder Einsatz kommt hinzu, bis alle vier Stimmen klingen.
  5. Mit dem Abspielen. Stimmen, die die Klasse nicht übernimmt, laufen im Klang mit. Wer eine Stimme übernimmt, schaltet sie oben ab. Wer sicher ist, wechselt zur Fassung „Original“.

Gestartet wird mit einem Takt Vorzählen. Für den Anfang eignet sich ein Tempo von etwa 60 Vierteln pro Minute.

Aufgaben für Klasse 8 bis 10

Lehrplanbezug: Sachsen, Gymnasium, Klasse 8 (Polyphonie, Schwerpunkt 18. Jahrhundert); Bayern, LehrplanPLUS Jahrgangsstufe 6 (Imitation).

Quelle und Bearbeitung

Die Töne stammen aus der freien Ausgabe des Mutopia Project (Die Kunst der Fuge, Contrapunctus I, BWV 1080, gemeinfrei). Der Notensatz auf dieser Seite ist ein eigener Neusatz.

Was verändert wurde: Gezeigt wird die Exposition bis Takt 17, Zählzeit 1. Dort endet das Stück hier, im Original geht es weiter. In der Fassung „Leicht“ sind die Gegenstimmen auf Zählzeiten reduziert (Thema und Antwort bleiben im Originalrhythmus). Der Schlusston steht ohne Fermate.